Zum Schulstart bitte die Kinderaugen besonders im Blick behalten
Denn wenn das Lesen nicht klappt, kann das auch am Zusammenspiel der Augen liegen
Jetzt beginnt die Schule wieder. Die Erstklässler freuen sich darauf, endlich lesen zu lernen, ihre Eltern fiebern mit. Doch bei manchen Kindern wird die Freude schnell zur Herausforderung. Sie verrutschen ständig in der Zeile, lesen sehr langsam, lassen Wörter aus oder verlieren beim Abschreiben den Überblick. Dann lohnt sich ein genauer Blick auf das Sehen. Svenja Hörig-Eckert, Augenoptikmeisterin und Funktionaloptometristin bei Optik Blum, erklärt, worauf Eltern achten sollten.Mein Kind sieht doch gut. Warum fällt Lesen trotzdem schwer?
Svenja Hörig-Eckert: „Scharf sehen allein reicht zum Lesen noch nicht aus. Beide Augen müssen als Team arbeiten, einer Zeile ruhig folgen und den Blick sicher von der Tafel ins Heft und wieder zurück bewegen. Kinder sollen sich in der Schule auf den Inhalt konzentrieren können und nicht darauf, die Zeile wiederzufinden.“
Woran merken Eltern, dass ihr Kind beim Sehen Unterstützung brauchen könnte?
Svenja Hörig-Eckert: „Wenn Lesen viel Kraft kostet, Hausaufgaben ungewöhnlich lange dauern, das Kind häufig die Augen reibt oder Bücher lieber meidet, lohnt sich eine Untersuchung. Das muss nicht immer mit den Augen zusammenhängen. Es kann aber ein wichtiger Baustein sein.“
Braucht mein Kind dann eine Brille?
Svenja Hörig-Eckert: „Das ist ganz unterschiedlich. Manche Kinder profitieren von einer Brille, andere von einem gezielten Visualtraining. Häufig ergänzt sich beides. Deshalb schauen wir uns jedes Kind ganz individuell an und beobachten auch wirklich, wie es liest.“
Was passiert bei einer funktionaloptometrischen Untersuchung?
Svenja Hörig-Eckert: „Wir prüfen nur zum Start die Sehstärke. Uns interessiert vor allem, wie die Augen zusammenarbeiten. Mit spielerischen Aufgaben beobachten wir zum Beispiel, wie sicher ein Kind Blicken folgt, Entfernungen wechselt oder beide Augen gemeinsam einsetzt. Da kommen Bälle, Stifte und etliche andere Dinge zum Einsatz.“
Und was ist ein Visualtraining?
Svenja Hörig-Eckert: „Das ist ein individuelles Übungsprogramm für die Zusammenarbeit der Augen. Spielerisch trainieren wir genau die Fähigkeiten, die Kinder beim Lesen, Schreiben und Lernen jeden Tag brauchen. Viele Eltern berichten anschließend von deutlich entspannteren Hausaufgaben.“
Was möchten Sie Eltern zum Schulstart mitgeben?
Svenja Hörig-Eckert: „Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Sie kennen Ihr Kind am besten. Wer Besonderheiten beim Sehen früh wahrnimmt und sie abklären lässt, kann seinem Kind oft viel Frust ersparen.“
Sie haben das Gefühl, Ihr Kind strengt sich beim Lesen mehr an als andere? Dann vereinbaren Sie gern einen Termin bei Optik Blum. Gemeinsam finden wir heraus, was Ihr Kind für entspanntes Sehen und erfolgreiches Lernen braucht.